Deine Kampagne steht. 50.000 Nachrichten sollen raus. Du drückst auf „Senden" – und nichts passiert. Das Meta-Dashboard zeigt „Operational". Dein Puls steigt.
Bevor du panisch den Support anrufst: In 90 % der Fälle liegt das Problem nicht bei Meta. Seit 2026 sind es vor allem drei Dinge, die WhatsApp-Marketer aus der Bahn werfen: Pacing-Mechanismen, unsichtbare Qualitäts-Restriktionen und die neuen KI-Richtlinien. Dazu kommt ein viertes Thema, das kaum jemand auf dem Radar hat: die Umstellung auf BSUIDs.
Dieser Guide zeigt dir, wie du echte Ausfälle von hausgemachten Problemen unterscheidest – und was du konkret tun kannst, wenn deine Nachrichten hängen bleiben.
Der erste Schritt: Offizielle Status-Quellen checken
Wenn Nachrichten nicht ankommen, ist dein erster Anlaufpunkt das offizielle Meta Business Status Dashboard. Hier siehst du, ob die WhatsApp Business Platform gerade Probleme hat.
Aber Vorsicht: Das Dashboard ist oft zeitverzögert. Meta aktualisiert den Status manchmal erst 15–30 Minuten nach einem Ausfall. Ein grünes „Operational" bedeutet also nicht automatisch, dass dein Account funktioniert.
Was viele nicht wissen: Nicht immer ist Meta schuld. Am 4. Februar 2026 legten Cloudflare-Ausfälle große Teile der Internet-Infrastruktur lahm – inklusive Meta-Dienste. Das offizielle Dashboard zeigte noch „Operational", während Nachrichten bereits hängen blieben. Externe Monitoring-Tools wie Downdetector zeigen dir solche Backbone-Probleme oft schneller an als Metas eigene Seite.
Wenn beide Quellen grün zeigen, liegt das Problem mit hoher Wahrscheinlichkeit bei dir. Und genau da wird es interessant.
Warum die API „down" scheint – aber nicht ist
Das frustrierendste Szenario: Alles zeigt grün, aber deine Nachrichten bleiben stecken. Willkommen in der Realität von 2026.
Latenz-Unterschiede: Marketing ist langsamer als Service
Hier ein Fakt, den die wenigsten kennen: Meta behandelt nicht alle Nachrichten gleich. Während Service-Nachrichten (OTPs, Versandbestätigungen) mit einer P99-Latenz von unter 2,5 Sekunden verarbeitet werden, liegt die Latenz bei Marketing-Nachrichten oft über 7 Sekunden – und in Stoßzeiten noch höher.
Das ist kein Bug. Das ist Absicht. Meta priorisiert transaktionale Nachrichten, um Traffic-Spitzen abzufangen. Dein Newsletter „hängt", während die Einmalpasswörter deiner Konkurrenz durchrauschen.
Was das für dich bedeutet: Wenn deine Marketing-Kampagne „zäh" läuft, ist das meist kein technischer Ausfall. Es ist Priorisierung. Plane entsprechend und versende zeitkritische Kampagnen nicht in Peak-Zeiten (z. B. nicht montags um 9 Uhr).
Template Pacing vs. Portfolio Pacing: Der Unterschied zählt
Pacing ist kein Bug – es ist ein Feature. Aber es gibt zwei Varianten, die du unterscheiden musst:
Portfolio Pacing betrifft deinen gesamten Account. Es greift bei neuen Accounts (unter 500.000 Nachrichten pro Jahr) oder wenn Meta Verdachtsmomente erkennt – etwa einen plötzlichen Volumensprung. Dein ganzer Versand wird gedrosselt, unabhängig vom Template.
Template Pacing betrifft einzelne Nachrichtenvorlagen. Meta sendet einen Teil deiner Kampagne (z. B. 10 %) und wartet auf Feedback. Blockiert ein überdurchschnittlich hoher Anteil der Empfänger deine Nachricht? Dann wird dieses spezifische Template gedrosselt oder gestoppt – andere Templates können weiter laufen.
Beide führen zum Fehlercode 132015 oder zu Verzögerungen ohne explizite Fehlermeldung.
Der Unterschied zwischen Pacing und Pausing: Pacing verlangsamt den Versand, um Feedback zu sammeln. Pausing stoppt ihn komplett, wenn die negativen Signale (Blocks, Reports) während des Pacings zu hoch waren. Pacing ist ein Test. Pausing ist das Urteil.
Die Lösung: Fahre neue Kampagnen langsam hoch. Starte mit 1.000–5.000 Nachrichten, warte 24 Stunden, analysiere die Reaktionen. Erst dann skalieren. Das nennt sich „Warm-up" – und es ist 2026 Pflicht.
Mehr zur Optimierung deiner Versandqualität findest du in unserem WhatsApp Business API Guide.
Geister-Sperren: Eingeschränkt ohne Warnung
Manchmal greift Metas Fraud Detection zu aggressiv. Dein Account wird eingeschränkt, aber im „Account Quality"-Dashboard steht nichts. Keine Warnung, keine Nachricht, keine Erklärung.
Das passiert besonders häufig bei Accounts, die schnell skalieren oder ungewöhnliche Versandmuster zeigen.
Was du tun kannst:
Prüfe dein Quality Rating im Meta Business Manager.
Reduziere das Versandvolumen für 48–72 Stunden.
Analysiere, ob bestimmte Templates überdurchschnittlich oft blockiert werden.
Im Zweifel: Arbeite mit einem BSP wie Chatarmin, der oft schnelleren Zugang zu Meta-Ressourcen hat als der Standard-Support.
Wie du deinen Trust-Level bei Meta aufbaust, erklären wir im Beitrag WhatsApp grüner Haken.
KI-Policy-Verletzungen: Die neue Stolperfalle
Seit dem 15. Januar 2026 hat Meta die Regeln für KI-Chatbots verschärft. Generelle KI-Assistenten – also Bots, die auf alles antworten wie ein ChatGPT-Klon – sind verboten.
Erlaubt sind nur Bots mit klarem Business-Kontext: Kundensupport, Produktberatung, Terminbuchung. Wenn dein Bot zu „allgemein" agiert, kann Meta ihn sperren. Für dich sieht das aus wie ein API-Ausfall, ist aber eine Policy-Sperre.
Prüfe:
Ist dein Bot auf einen spezifischen Use Case beschränkt?
Gibt es klare Grenzen, was der Bot nicht beantwortet?
Hast du die neuen KI-Richtlinien in deinem Bot-Setup berücksichtigt?
Falls du dir unsicher bist, ob deine WhatsApp Automation regelkonform ist: Lass uns draufschauen.
Das ID-Problem: BSUID statt Telefonnummer
Das ist das technische Thema, das 2026 für Verwirrung sorgt – und kaum jemand spricht darüber.
Mit dem Rollout von WhatsApp Usernames (ab Juni 2026) stellt Meta auf die Business-Scoped User ID (BSUID) um. Die BSUID ist eine eindeutige Kennung für jeden Nutzer, die langfristig die Telefonnummer als primären Identifier ablöst.
Warum das Probleme macht: Viele CRMs und selbstgebaute Integrationen erwarten im Webhook eine Telefonnummer. Meta liefert aber zunehmend eine BSUID. Das Ergebnis: Die Nachricht wird zugestellt, aber dein CRM erkennt den Kunden nicht. Es sieht aus wie ein API-Fehler – ist aber ein Mapping-Problem auf deiner Seite.
Was du tun musst:
Prüfe, ob dein CRM oder deine Integration BSUIDs verarbeiten kann.
Passe deine Webhook-Logik an, um beide Formate (Nummer und BSUID) zu matchen.
Plane für Username-Support: Ab Sommer 2026 können Nutzer ohne Nummer erreichbar sein.
Bei Chatarmin haben wir dieses Mapping bereits umgestellt. Wenn deine Nachrichten ankommen, aber nicht im CRM landen, ist das oft der Grund – nicht die API.
Fehlercodes: Was sie bedeuten und wie du sie löst
Wenn du Glück hast, gibt dir die API wenigstens einen Fehlercode. Hier die wichtigsten für 2026:
| Fehlercode | Bedeutung | Lösung |
|---|---|---|
| 132015 | Template pausiert (Pacing oder schlechtes Feedback) | Kampagne stoppen, Quality Rating prüfen, Warm-up-Strategie anwenden |
| 1005 | Nummer noch auf On-Premises registriert | Migration auf Cloud API durchführen – On-Premises wurde am 23. Oktober 2025 abgeschaltet |
| 131030 | Empfänger nicht auf WhatsApp | Nummernvalidierung vor dem Versand einbauen |
| 131031 | Template nicht genehmigt oder abgelaufen | Template-Status im Business Manager prüfen |
| 131047 | Re-Engagement erforderlich (24h-Fenster abgelaufen) | Nur genehmigte Templates verwenden, kein Freitext |
| 131051 | Zu viele Nachrichten an diese Nummer | Rate Limit beachten, Versandfrequenz reduzieren |
| 400 (generisch) | Fehlerhafte Anfrage | Payload-Struktur und JSON-Syntax prüfen |
| 401 | Authentifizierung fehlgeschlagen | Bearer Token erneuern, API-Zugang im Business Manager prüfen |
Wichtig: Nicht jeder Fehler kommt von der API. Oft scheitert die Zustellung an deinem eigenen Server – z. B. durch fehlerhafte Webhook-Signature-Validierung, Timeouts oder das BSUID-Problem (siehe oben).
Cloud API vs. On-Premises: Es gibt nur noch einen Weg
Falls du noch irgendwo Dokumentation zu „On-Premises API" rumliegen hast: Lösch sie.
Der Support für On-Premises endete am 23. Oktober 2025. Meta hat alle Ressourcen auf die Cloud API konzentriert. Wenn du Fehler wie 1005 siehst, hast du dieses Datum verpasst und musst dringend migrieren.
Die gute Nachricht: Die Cloud API ist einfacher zu handhaben, braucht keine eigene Server-Infrastruktur und bekommt neue Features zuerst. Die schlechte: Wenn du noch nicht migriert hast, ist dein Setup seit Monaten auf Borrowed Time.
Monitoring aufsetzen: Webhooks statt Hoffen
Manuelles Testen ist keine Monitoring-Strategie. Für echte Überwachung brauchst du Webhooks.
Webhooks informieren dich in Echtzeit über den Status deiner Nachrichten: gesendet, zugestellt, gelesen – oder fehlgeschlagen. Statt auf Fehler zu warten, bekommst du sie sofort gemeldet.
Was du tracken solltest:
messages: Eingehende Nachrichten und Antworten
message_status: Zustellbestätigungen und Fehler
message_template_status_update: Änderungen an deinen Templates
Für die technische Umsetzung brauchst du einen Endpoint auf deinem Server, der die Webhooks empfängt und verarbeitet. Meta schickt dabei eine Signatur mit (X-Hub-Signature), die du validieren solltest.
Klingt aufwendig? Ist es auch. Bei Chatarmin übernehmen wir dieses Monitoring für dich. Du bekommst Klartext-Meldungen wie „Template XY wurde pausiert" statt kryptischer Error-Codes. So wie bei Luxusbetten24, die große Versandvolumina fahren, ohne ständig auf Fehlercodes zu starren.
Was tun bei echten Ausfällen?
Manchmal ist Meta tatsächlich down. Das passiert selten, aber es passiert – wie der Cloudflare-bedingte Ausfall am 4. Februar 2026 gezeigt hat. Hier ist dein Playbook:
Ruhe bewahren. Panik-Mails an den Support bringen nichts.
Status-Seiten checken: metastatus.com + Downdetector
Nicht neu senden. Doppelte Nachrichten nerven Kunden und verschlechtern dein Quality Rating.
Queue nutzen. Professionelle Systeme halten Nachrichten in einer Warteschlange und senden automatisch, sobald die API wieder verfügbar ist.
Kommunizieren. Bei längeren Ausfällen: Informiere dein Team, damit der Kundensupport Bescheid weiß.
Farbenlöwe setzt auf genau dieses Setup: Support-lastige Kommunikation mit konstantem Quality Rating – auch wenn es mal klemmt.
Fazit: Meistens bist du das Problem (und das ist gut so)
Klingt hart, ist aber eine gute Nachricht: Wenn das Problem bei dir liegt, kannst du es auch lösen. Echte Meta-Ausfälle sind selten. Pacing, Latenz-Priorisierung, BSUID-Mapping und Policy-Verletzungen sind häufig – und alle vier kannst du mit dem richtigen Setup vermeiden.
Die Kurzversion:
Prüfe immer zuerst die offiziellen Status-Seiten (aber vertraue ihnen nicht blind).
Verstehe den Unterschied zwischen Pacing und Pausing.
Rechne mit höheren Latenzen bei Marketing-Nachrichten (>7s vs. <2,5s).
Stelle deine Webhooks auf BSUID um – Username-Support kommt.
Halte deine Bots regelkonform (keine generellen KI-Assistenten seit 15.1.2026).
Du hast keine Lust, Fehlercodes zu googeln und Webhooks zu konfigurieren? Chatarmin kümmert sich um die technische Stabilität, damit du dich aufs Marketing konzentrieren kannst.
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Häufige Fragen zum WhatsApp API Status
Ist WhatsApp Business aktuell down?
Prüfe zuerst das offizielle Meta Business Status Dashboard und externe Seiten wie Downdetector. Oft zeigt Meta den Status „Operational" an, obwohl lokale Störungen oder Pacing-Maßnahmen aktiv sind.
Was bedeutet der WhatsApp Fehlercode 132015?
Dieser Code bedeutet, dass dein Template-Versand pausiert wurde (Pacing). Meta prüft aktuell die Nutzerreaktionen, weil das Template neu ist oder negatives Feedback erhalten hat.
Warum werden meine WhatsApp Marketing-Nachrichten verzögert zugestellt?
Marketing-Nachrichten haben oft eine höhere Latenz (P99 >7 Sekunden) als Service-Nachrichten (<2,5 Sekunden), da Meta diese in Stoßzeiten depriorisiert. Das ist kein technischer Ausfall, sondern gewollte Priorisierung.
Was ist die Business-Scoped User ID (BSUID)?
Die BSUID ist eine eindeutige Kennung für Nutzer, die ab 2026 die Telefonnummer als primären Identifier in der API ergänzt und langfristig ablöst. Sie ist notwendig, um Usernames und Privatsphäre-Einstellungen korrekt zu verarbeiten.
Warum erhalte ich den Fehlercode 1005?
Der Fehler 1005 signalisiert, dass eine Nummer noch auf der veralteten On-Premises API registriert ist. Diese wurde am 23. Oktober 2025 abgeschaltet – du musst auf die Cloud API migrieren.
Sind KI-Chatbots auf WhatsApp verboten?
Seit dem 15. Januar 2026 sind generelle KI-Assistenten (General Purpose AI) verboten. Erlaubt sind nur Bots für spezifische Business-Zwecke wie Support, Buchungen oder Produktberatung.
Was ist der Unterschied zwischen Template Pacing und Pausing?
Pacing verlangsamt den Versand, um Feedback zu sammeln – deine Kampagne läuft, nur langsamer. Pausing stoppt den Versand komplett, wenn die negativen Signale während des Pacings zu hoch waren.
Wie viele Nachrichten kann ich als neues Unternehmen versenden?
Unverifizierte Unternehmen starten mit einem Limit von 250 Nachrichten pro 24 Stunden. Nach der Unternehmensverifizierung im Meta Business Manager steigt das Limit auf 1.000 – verifizierte Accounts mit guter Historie springen 2026 oft direkt auf 100.000.
Warum kommen Nachrichten nicht in meinem CRM an?
Das liegt oft an Webhook-Fehlern: Entweder erwartet dein CRM noch Telefonnummern, während die API bereits BSUIDs liefert, oder die Webhook-Signatur-Validierung schlägt fehl. Prüfe beides.
Werden Utility-Templates kostenlos versendet?
Utility-Templates (z. B. Versandupdates, Buchungsbestätigungen) sind innerhalb des 24-Stunden-Service-Fensters kostenlos. Außerhalb dieses Fensters fallen die regulären Meta-Gebühren an.








