Gorgias ist ein Platzhirsch unter den Shopify-Helpdesks. Rund 15.000 Brands nutzen das Tool, und die Preisliste startet bei $10 im Monat. Genau da fängt das Missverständnis an. Was am Monatsende wirklich auf der Rechnung steht, hat mit den $10 oft wenig zu tun. Das Ticket-Modell, die AI-Resolutions und die Abrechnung in US-Dollar machen aus einem simplen Listenpreis eine Rechnung mit mehreren Variablen. Dieser Artikel schlüsselt die Gorgias Preise 2026 auf. Mit den echten Zahlen und durch die Brille eines E-Commerce-Betreibers im DACH-Raum.
Gorgias Preise 2026: die fünf Pläne und was sie kosten
Hier die offiziellen Listenpreise bei monatlicher Abrechnung, Stand 2026:
| Plan | Preis/Monat | Inkludierte Tickets | Overage pro Ticket |
|---|---|---|---|
| Starter | $10 | 50 | $0,40 |
| Basic | $60 | 300 | $0,40 |
| Pro | $360 | 2.000 | $0,36 |
| Advanced | $900 | 5.000 | $0,36 |
| Enterprise | Custom | ab 5.000 | $0,32 |
Quelle: offizielle Gorgias Pricing Page, Listenpreise in USD.
Bei jährlicher Zahlung wird es günstiger. Gorgias gibt zwei Monate gratis, das sind rund 16 % Rabatt. Der Basic kostet dann ab $50, der Pro ab $300, der Advanced ab $750 pro Monat.
Wichtig für Dich als DACH-Händler: Alle Preise laufen in US-Dollar. Eine Euro-Abrechnung gibt es nicht. Heißt konkret: Du hast Wechselkursschwankungen on top, und je nach Karte kommen 1 bis 2 % Fremdwährungsgebühr dazu. Dazu kann je nach Rechnungsadresse US-Verkaufssteuer anfallen. Das sind keine großen Posten, aber sie gehören in die Kalkulation.
Der Listenpreis ist also der Startpunkt, nicht das Ergebnis. Die spannenden Variablen kommen erst darunter.
Das Ticket-Modell: clever, aber mit Eigendynamik
Gorgias rechnet pro Ticket ab. Die Zahl Deiner Agents spielt für den Grundpreis keine Rolle. Du kannst also drei oder dreißig Agents in den Account holen, der Grundpreis bleibt gleich. Für Shops mit größeren Teams ist das ein Vorteil gegenüber Helpdesks, die pro Seat abrechnen, etwa Zendesk.
Der Haken liegt im Wachstum. Du zahlst pro Ticket, und wenn Dein Shop wächst, wachsen Deine Tickets mit. Was viele bei der Kalkulation unterschätzen:
- Black Friday und Cyber Monday: Dein Volumen explodiert, das Kontingent ist schnell aufgebraucht. Wer clever plant, baut sich vorher zusätzliche Entlastungskanäle auf.
- Produktlaunches: Neue Kollektion, neue Fragen, mehr Tickets.
- Retouren-Wellen: Im Fashion-Bereich nach den Feiertagen ein Klassiker.
- Social Media: Antwortest Du über Gorgias auf einen Kommentar unter Deiner Instagram- oder Facebook-Ad, wird daraus ein Ticket wie auf jedem anderen Kanal. Bei viel Ad-Spend und aktiver Community summiert sich das.
Überschreitest Du Dein Kontingent, greifen Overage-Gebühren: $0,40 pro Ticket im Starter und Basic, $0,36 im Pro und Advanced. Klingt nach Centbeträgen. Bei ein paar hundert Extra-Tickets im Peak-Monat landest Du aber schnell im dreistelligen Bereich obendrauf.
Noch ein Detail treibt die Zählung an: Meldet sich ein Kunde nach längerer Funkstille erneut in einem alten Vorgang, kann Gorgias das laut eigener FAQ als neues Ticket werten. Aus einer Konversation werden dann zwei abgerechnete Tickets.
Ein fairer Punkt zugunsten von Gorgias: Newsletter, Spam und Auto-Responder filtert das System automatisch raus. Dafür zahlst Du nichts. Abgerechnet wird nur, was eine echte Antwort bekommt.
Welcher Plan zu welcher Shop-Größe passt
Lass mich direkt sein. 50 Tickets im Starter sind schnell weg. Der Plan ist zum Ausprobieren gedacht, nicht für den laufenden Betrieb. Sobald Du ernsthaft Umsatz machst, bist Du da in der ersten Woche durch. Dazu kommt ein Detail aus der Vergleichstabelle: Der Starter ist auf drei User-Seats begrenzt.
Der Basic mit 300 Tickets passt für kleinere Shops mit unter 500 Bestellungen im Monat und überschaubarem Sortiment. Rechne trotzdem nach. 300 Tickets bei 500 Bestellungen bedeutet, dass maximal 60 % Deiner Kunden den Support kontaktieren dürfen, bevor Overage greift. Bei erklärungsbedürftigen Produkten wie Supplements oder Elektronik ist das knapp. Gerade in der Peak Season wird dieser Puffer schnell zu dünn.
Der Pro für $360 und 2.000 Tickets ist der Plan, auf dem die meisten wachsenden Shops landen. Er passt gut zwischen 1.000 und 5.000 Bestellungen im Monat. Du bekommst Revenue-Tracking, bessere Reportings und genug Puffer, um nicht bei jedem Ticket nervös aufs Kontingent zu schielen.
Der Advanced für $900 und 5.000 Tickets ist für Shops mit echtem Volumen, mehreren Kanälen und größeren Teams.
Enterprise läuft über Custom Pricing. Hier verhandelst Du Volumen, Konditionen und Implementierung individuell. Plane ein, dass dediziertes Onboarding und Migration als separater Posten dazukommen können. Eine feste Zahl nennt Gorgias dafür nicht, frag das im Sales Call also explizit ab.
Ein Gedanke für den DACH-Raum: Aus unserer Erfahrung haben deutschsprachige Kunden eine eher höhere Kontaktrate. Mehr Fragen, mehr Reklamationen, höhere Erwartung an Tempo. Kalkuliere Dein Volumen also eher großzügig.
Die AI-Kosten: hier wird die Rechnung interessant
Gorgias pusht seinen AI Agent stark. Automatische Antworten, Intent-Erkennung, Self-Service. Das Tool ist gut. Es kostet nur extra, und zwar nach einem Modell, das man verstanden haben sollte.
Die KI wird outcome-basiert abgerechnet. Jede Interaktion, die der AI Agent vollständig ohne Mensch löst, kostet $1,00 im Monatsvertrag oder $0,90 im Jahresvertrag. Und jetzt der Punkt, den Gorgias selbst in der Preis-FAQ erklärt: Jede AI-Resolution zählt zusätzlich als Helpdesk-Ticket. Sprich: Für ein KI-gelöstes Ticket zahlst Du zweimal, einmal die Resolution, einmal das Ticket.
Eine wichtige Nuance dazu, ebenfalls aus der Gorgias-FAQ: Meldet sich der Kunde innerhalb von 72 Stunden doch noch bei einem menschlichen Agent, wird der Fall nur als Helpdesk-Ticket berechnet, nicht zusätzlich als Resolution. Die Doppelberechnung trifft also die sauber automatisierten Fälle.
Dazu kommt eine zweite Stufe. Über das inkludierte AI-Kontingent hinaus kostet jede weitere Interaktion $1,50. Das ist der Posten, den fast niemand auf dem Schirm hat.
Eine grobe Rechnung für den Pro-Plan:
- $360 Grundpreis für 2.000 Tickets
- 300 KI-Resolutions im Monat, rund $270 bis $300 extra
- plus mögliche Ticket-Overages im Peak
Da bist Du schnell bei $700 oder mehr im Monat. Eine andere Hausnummer als die $360 von der Pricing Page. Das ist kein verstecktes Kleingedrucktes, Gorgias kommuniziert es. Es steht nur nicht in großen Lettern auf der Startseite. Mein Tipp: Lass Dir im Sales Call eine Beispielrechnung für Dein realistisches Volumen geben, inklusive der erwarteten Resolutions. Nicht für den Best Case, für den normalen Monat. Wie KI im Support sauber abgerechnet und gesteuert wird, ist ohnehin die zentrale Kostenfrage 2026.
Was DACH-Shops zusätzlich bedenken sollten
Drei Punkte, die in der Standard-Preisdiskussion oft fehlen, für Dich als DACH-Betreiber aber zählen.
Erstens die Seats. Gorgias bewirbt im Header "unlimited users". Die eigene Vergleichstabelle nennt allerdings konkrete Grenzen: drei Seats im Starter, 500 ab Basic. Für die meisten Shops sind 500 praktisch unbegrenzt. Wenn Du aber im Starter mit einem kleinen Team startest, ist die Drei eine echte Grenze.
Zweitens Voice und SMS. Die Kanäle E-Mail, Live-Chat, Instagram, Facebook, TikTok und WhatsApp sind in den Plänen drin. Telefonie und SMS laufen als Add-on und werden separat pro Ticket abgerechnet, gestaffelt nach Volumen. Wenn Telefon für Deinen Support relevant ist, kalkuliere das extra.
Drittens, und das ist ein fairer Pluspunkt: Datenschutz. Gorgias bietet EU-Hosting über Google Cloud an und gibt sich GDPR-konform. Für viele DACH-Händler ist genau das ein Knockout-Kriterium bei US-Tools. Hier kann Gorgias liefern.
Wo Gorgias für den DACH-Markt schwächer wird, ist die Tiefe der Anbindung jenseits von Shopify. Das Tool ist im Shopify-Kosmos zuhause. Arbeitest Du mit JTL, Xentral oder Shopware, wird die Integration dünner. Genau dort verbringen DACH-Teams aber einen großen Teil ihres Tages.
Was sich ein E-Commerce-Betreiber von so einem Tool wünscht
Lass uns einen Schritt zurücktreten. Was willst Du eigentlich von einem Helpdesk?
Du willst, dass die immer gleichen Fragen verschwinden. "Wo ist mein Paket?", Retoure, Rechnung. Diese Pille-Palle-Fragen machen je nach Shop einen Großteil des Ticket-Volumens aus. Du willst, dass die KI handelt, statt nur Text zu schreiben. Bestellung stornieren, Adresse ändern, Retoure anstoßen, und das direkt im Shop- und ERP-System. Du willst eine Inbox, in der E-Mail, WhatsApp, Instagram und Live-Chat zusammenlaufen, statt in drei Postfächern Tetris zu spielen. Und Du willst Kosten, die planbar bleiben, wenn Du wächst.
Gorgias deckt davon viel ab, vor allem im Shopify-Kontext und beim reaktiven Support. Beim echten Workflow-Handeln über mehrere DACH-Systeme hinweg und bei der planbaren Kostenstruktur wird es für hiesige Händler dünner.
Genau an diesen Lücken haben wir armincx gebaut, unsere KI-Support-Suite für E-Commerce. AI-first, mit einer Workflow-Engine, die echte Aktionen ausführt statt nur Textbausteine einzusetzen, mit nativen Anbindungen an Shopify, JTL, Xentral und Shopware, und mit Support auf Deutsch. Wir nennen hier bewusst keine Preise, weil das vom konkreten Setup abhängt. Wie das für Deinen Shop aussieht, klären wir am besten im Gespräch. Wer parallel Support und Marketing denkt, kombiniert das mit WhatsApp-Marketing zu einem Retention-Stack, statt zwei isolierte Tools zu betreiben.
Häufige Fragen zu Gorgias Preisen
Was kostet Gorgias pro Monat?
Gorgias startet bei $10 im Monat (Starter, 50 Tickets) und reicht über Basic ($60), Pro ($360) bis Advanced ($900, 5.000 Tickets). Enterprise läuft über Custom Pricing. Die realen Kosten liegen meist höher, weil AI-Resolutions und Ticket-Overages dazukommen.
Gibt es einen kostenlosen Gorgias-Plan?
Nein. Einen dauerhaft kostenlosen Plan gibt es nicht. Gorgias bietet eine kostenlose Testphase von 7 Tagen mit Zugriff auf alle Funktionen, und zwar ohne Eingabe von Zahlungsdaten. Danach ist ein kostenpflichtiger Plan nötig.
Was kostet der Gorgias AI Agent?
Jede vollständig automatisierte Resolution kostet $1,00 im Monatsvertrag oder $0,90 im Jahresvertrag. Laut Gorgias-FAQ zählt jede AI-Resolution zusätzlich als Helpdesk-Ticket. Interaktionen über dem inkludierten AI-Kontingent kosten $1,50 pro Stück.
Wie hoch sind die Overage-Gebühren bei Gorgias?
Zusätzliche Tickets über dem Plan-Kontingent kosten $0,40 im Starter und Basic, $0,36 im Pro und Advanced sowie $0,32 im Enterprise. In Peak-Monaten mit hunderten Extra-Tickets summiert sich das auf dreistellige Beträge.
Rechnet Gorgias in Euro ab?
Nein. Gorgias rechnet ausschließlich in US-Dollar ab. DACH-Händler sollten Wechselkursschwankungen und mögliche Fremdwährungsgebühren der Karte von rund 1 bis 2 % einkalkulieren. Je nach Rechnungsadresse kann zusätzlich US-Verkaufssteuer anfallen.
Zahle ich bei Gorgias pro Mitarbeiter?
Nein. Gorgias rechnet nach Ticket-Volumen ab, nicht pro Seat. Du kannst weitere Agents hinzufügen, ohne dass der Grundpreis steigt. Beachte aber die Seat-Grenzen aus der Vergleichstabelle: drei Seats im Starter, 500 ab Basic.
Zählen Spam-Nachrichten als bezahlte Tickets?
Nein. Newsletter, Spam und Auto-Responder filtert Gorgias automatisch heraus. Abgerechnet werden nur Tickets, die eine echte Antwort durch Team, Regel oder AI Agent erhalten. Eine Nachricht zählt dabei als ein Ticket, unabhängig von der Zahl der Antworten.
Kann ich Gorgias monatlich kündigen?
Ja. Bei monatlicher Abrechnung kannst Du jederzeit zum Laufzeitende kündigen, direkt über Einstellungen und Billing im Dashboard. Jahresverträge werden für die kompletten 12 Monate im Voraus abgerechnet, dafür gibt es rund 16 % Rabatt.
Ist Gorgias DSGVO-konform?
Ja. Gorgias gibt sich GDPR-konform und bietet EU-Hosting über Google Cloud an. Für DACH-Händler ist das relevant, weil die Daten damit in der EU liegen können. Prüfe die Details und den AVV trotzdem für Deinen konkreten Anwendungsfall.
Lohnt sich Gorgias für DACH-Shops?
Bedingt. Für Shopify-Shops mit reaktivem Support und größeren Teams ist Gorgias stark, weil die Shopify-Integration tief geht und Seats nicht extra kosten. Bei tiefer JTL- oder Xentral-Anbindung, echtem Workflow-Handeln und planbaren Kosten lohnt sich ein Vergleich mit DACH-nativen Tools.
Fazit: Ist Gorgias sein Geld wert?
Kurze Antwort: Ja, wenn Du die echte Rechnung kennst.
Gorgias ist ein starker Shopify-Helpdesk. Die Integration sitzt, die Features sind solide, und das Ticket-Modell ist für Teams mit vielen Agents fairer als Seat-Pricing. Wer aber den Pro-Plan bucht und denkt, $360 sei alles, rechnet falsch. Die Variablen sind die AI-Resolutions mit ihrer Doppelberechnung, die Ticket-Overages im Peak und die USD-Abrechnung.
Mein Take in drei Punkten:
- Rechne Dein Ticket-Volumen über den Peak, nicht über den Durchschnitt.
- Lass Dir die AI-Kosten vor Vertragsschluss konkret aufschlüsseln.
- Prüfe, ob die Anbindung an Dein DACH-System tief genug ist.
Und denk über den reinen Helpdesk hinaus. Ein Tool, das Tickets löst, ist die eine Hälfte. Die andere ist, Anfragen gar nicht erst entstehen zu lassen und aus Käufern Stammkunden zu machen. Wie ein DACH-tauglicher Support-Stack mit echtem Workflow-Handeln aussieht, zeigen wir Dir gern direkt am Beispiel.








